Wissenwertes
Hier findest du weiterführende Impulse, fachliche Informationen und Gedanken rund um Familientherapie, Elternsein und den Alltag mit Kindern.
Wenn Konflikte, Unsicherheiten oder Erschöpfung den Familienalltag belasten, kann es hilfreich sein, neue Perspektiven zu gewinnen und Zusammenhänge besser zu verstehen.
Die Inhalte geben Einblick in meine therapeutische Haltung und meine Arbeit mit Familien:
- Beziehung statt Machtkampf
- Orientierung statt Schuldgefühle
- Verstehen statt vorschnelles Bewerten
Im Mittelpunkt stehen Themen wie:
- herausforderndes Verhalten von Kindern
- Konflikte im Familienalltag
- Ermutigung und Beziehungsgestaltung
- Grenzen setzen mit Klarheit und Verbindung
Demokratische Erziehung ‒ Was ist das?
«Wer das Gemeinschaftsgefühl erreicht, hat das Erziehungsziel erreicht.»
«Wer mit den Augen eines anderen sehen, mit den Ohren eines anderen hören und mit dem Herzen eines anderen fühlen kann, der zeichnet sich durch Gemeinschaftsgefühl aus.»
Demokratische Erziehung – Beziehung statt Machtkampf
Kinder brauchen nicht nur Grenzen oder Freiheit.Sie brauchen vor allem das Gefühl, dazuzugehören.
Der demokratische Erziehungsstil nach Alfred Adler verbindet:
- Beziehung und Orientierung
- Mitgestaltung und klare Grenzen
- Ermutigung und Verantwortung
Kinder werden altersgerecht einbezogen und lernen:
- eigene Entscheidungen zu treffen
- Verantwortung zu übernehmen
- Konflikte konstruktiv zu lösen
- sich als wertvollen Teil der Gemeinschaft zu erleben
So entsteht ein Familienalltag mit mehr Ruhe, Respekt und einem wertschätzenden Miteinander.
Gemeinschaftsgefühl als Grundlage
Im Zentrum der Individualpsychologie nach Alfred Adler steht das Gemeinschaftsgefühl.
Kinder, die Zugehörigkeit, Ermutigung und Orientierung erleben, entwickeln häufig:
- Selbstvertrauen
- soziale Kompetenz
- emotionale Stabilität
- und ein gesundes Selbstwertgefühl
Das Gemeinschaftsgefühl gilt deshalb als wichtiger Schutzfaktor für die seelische Gesundheit.
Die Individualpsychologie nach Alfred Adler
Dr. med. Alfred Adler (1870–1937) war Arzt, Psychotherapeut und Begründer der Individualpsychologie.
Er betrachtete den Menschen als Einheit von Körper, Geist, Seele und sozialem Umfeld.
Sein Ansatz geht davon aus:
👉 Verhalten hat immer einen Zusammenhang und ein Ziel.
Gerade Kinder zeigen über ihr Verhalten oft, was sie innerlich beschäftigt oder was ihnen fehlt.
Die Erkenntnisse der Individualpsychologie helfen dabei, Konflikte im Familienalltag besser zu verstehen und neue Wege im Umgang miteinander zu entwickeln.
Meine therapeutische Haltung
In meiner Praxis für Familientherapie und Elternberatung arbeite ich auf Grundlage dieser individualpsychologischen Haltung.
Mir ist wichtig:
- Familien zu begleiten und zu stärken
- Zusammenhänge verständlich zu machen
- Orientierung zu geben
- und neue Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln
Veränderung wird möglich, wenn Beziehung gestärkt wird und Familien wieder miteinander statt gegeneinander arbeiten.
Nimm Kontakt auf
In meiner Praxis oder per Videocall begleite ich Familien dabei, wieder mehr Ruhe, Sicherheit und Verbindung im Alltag zu entwickeln.
👉 Unverbindliches Kennenlerngespräch (30 Minuten)
Dr. med. Alfred Adler

Wer war Dr. med. Alfred Adler? (1870–1937)
Dr. med. Alfred Adler war ein österreichischer Kinderarzt und Psychotherapeut. Er hat die Lehre der Individualpsychologie begründet. Die Individualpsychologie (fortan IP genannt) ist eine Schule der Tiefenpsychologie.
Dr.med. A. Adler ist neben Dr. Sigmund Freud und Carl Gustav Jung einer der drei bedeutendsten Vertreter der Tiefenpsychologie. Der Name Individualpsychologie wurde von Adler gewählt, weil jeder Mensch ein «Individuum», im ursprünglichen Sinn des Wortes, ein Unteilbares, Ganzes ist.
Körper, Geist und Seele sind untrennbar und haben eine Wechselwirkung. Adler hatte selbst eine Organminderwertigkeit (er litt an Rachitis), die ihn veranlasste, die Zusammenhänge genauer zu prüfen. Er wies auf den Zusammenhang zwischen einer Organminderwertigkeit und deren körperlichen und psychischen Kompensation und Überkompensation hin. So hat er die Theorie der Psychosomatik erkannt.
Diese Situation der Minderwertigkeit oder Unterlegenheit fand Adler im psychischen Bereich vor allem bei den vier Lebensaufgaben:
- Arbeit
- Liebe
- Gemeinschaft
- Freizeitgestaltung
Sie löst beim Menschen einen Gefühlszustand aus, den Dr. A. Adler Minderwertigkeitsgefühl nannte.
Ähnlich wie bei der Kompensation einer Organminderwertigkeit ist die menschliche Psyche bestrebt, diesen Zustand der Unterlegenheit durch ein Geltungsstreben zu überwinden. ( z.B. Ehrgeiz)
Wie gut der Mensch in der Lage ist, solche Herausforderungen des Lebens zu bestehen, hängt nach Dr. A. Adler in erster Linie davon ab, wie er die erste Unterlegenheitssituation, seine Hilflosigkeit als Säugling, bewältigen konnte.
Dr. A. Adler stellte fest, dass dieser positive Antrieb im Wachstums- und Entwicklungsprozess die Grundlage für die Erziehbarkeit des Menschen bildet, weil er in dieser Situation unbedingt auf die Hilfe seiner Beziehungspersonen angewiesen ist.
In dieser frühen Wechselbeziehung zwischen Mutter und Kind bildet sich ein Gefühl des Aufgehobenseins unter den Menschen, das Adler Gemeinschaftsgefühl nannte und das zu einem unbewussten Persönlichkeitsanteil wird.
Das Gemeinschaftsgefühl steht im Zentrum der Adler’schen Lehre, weil es den Gradmesser für die seelische Gesundheit von Individuum und Gemeinschaft darstellt.
Im Menschenbild Adlers hat das Individuum eine Sozialnatur, die vom Gemeinschaftsgefühl geleitet ist und zielgerichtet handelt.
Seine Theorien wurden stetig weiter entwickelt, so zum Beispiel von seinem Schüler Rudolf Dreikurs.
Literaturvorschläge

Emma, Sophie, Max & Co.
Familienwerkstatt, A. Pini
Kulturbuchverlag
978-3-90939-66-8

Ermutigung und Anerkennung
Barbara Hennings
Kreuz Verlag
978-3-451-61219-0

Kinder brauchen Ordnung
Jane Nelsen
Adonia Verlag
978-3-905011-30-2

So sag ich’s meinem Kind
Adele Faber/E. Mazlish
Oberste Brink Verlag
978-3-934333-41-3

Kinder fordern uns heraus
Rudolf Dreikurs/V. Soltz
Klett-Cotta Verlag
978-3-608-94539-3

Kinder lernen aus den Folgen
Rudolf Dreikurs/L. Grey
Herder Verlag
978-3-451-05902-5

Starke Kinder – zu stark für Drogen
Lucie Hillenberg/B.Fries
Kösel Verlag
978-3-466-30464-6
